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Louviers – eine Stadt mit vielen Gesichtern

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Auf halbem Wege zwischen Rouen und Evreux, unten in einem Tal gelegen, durch das die Eure fließt, verliert sich die Herkunft Louviers’ in grauer Vorzeit. Kelten, Gallier, Römer, Merowinger – sie alle haben ihre Spuren hinterlassen, um so zu bezeugen, dass die Stadt schon zu Beginn des Herzogtums Normandie existierte. Fundamente von Bauwerken, Backsteine, romanische Ziegel, Münzen und Töpferwaren sind Zeugen einer bewegten Vergangenheit.

Urkundlich wird der Name Louviers zum ersten Mal in der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts erwähnt. Herzog Richard I. gründet in Evreux das Kloster Saint-Taurin. Um 965 überlässt Richard I. den Mönchen von Saint-Taurin verschiedene Güter, unter ihnen die Kirchen von Louviers und Pinterville, die Fischereigebiete der Mühlen von Louviers und 40 Landstücke bei diesen Mühlen. Diese Urkunde bestätigt das Vorhandensein der Stadt Louviers. 1197 ist eines der bedeutendsten Jahre in der Geschichte der Stadt. Der König von England überlässt dem Bischof von Rouen das Gebiet von Andeli und die Landsitze, d.h. die Städte Dieppe und Louviers. Die Bischöfe von Rouen sind jetzt bis zur Revolution Grafen von Louviers. In dieser Zeit erlebt Louviers eine neue Entwicklung und großen Wohlstand. Die Tuch-, Leinen- und Lederindustrien blühen auf und beleben den Handel. Die Einwohnerzahl hat vermutlich die Zahl 15.000 überschritten.
Im Jahre 1356 wird die Stadt von den Engländern geplündert und zehn Jahre später erneut eingenommen. Am 15. Mai 1360 ratifiziert der Prinz von Wales in der Kirche von Louviers den Vertrag von Brétigny – ein historisches Ereignis. Der lange Frieden, der dem Vertrag von Brétigny folgt, ist nicht der wahre Frieden. 1418 belagert Heinrich V. von England die Stadt und Louviers wird nach 26 Tagen Belagerung eingenommen. Der Feind bleibt elf Jahre in der Stadt. Nach einer kurzen Zurückeroberung wird die Stadt 1431 erneut von den Engländern verwüstet. Die Geschichte spricht vom schwärzesten Tag.
Im 16. Jahrhundert zerreißen die Religionskriege Frankreich und Louviers wird vorübergehend Sitz des Provinz-Parlaments. In den nachfolgenden Jahrhunderten muss die Stadtbevölkerung mit unerträglich hohen Steuern, Wirbelstürmen, Überschwemmungen und Feuerbrünsten fertig werden – auch die Pest verschont Louviers nicht. Das 19. Jahrhundert bringt den großen wirtschaftlichen Fortschritt, aber auch die politische Instabilität. Der Erste Weltkrieg verschont zwar die Stadt selbst, aber viele Familien haben Tote zu beklagen. Noch schlimmer wüten die Deutschen während des Zweiten Weltkriegs – bei deutschen Luftangriffen wird die Stadtmitte zerstört. 560 Häuser werden dem Erdboden gleichgemacht, 351 beschädigt. Die Stadt war von 1940 bis 1944 von den Deutschen besetzt und wurde später für den Kampf gegen den Feind mit dem „Croix de Guerre“ ausgezeichnet.
Heute sind aus den ehemaligen Gegnern Freunde geworden und Louviers hat sich in den vergangenen Jahrzehnten zu einer lebhaften Stadt mit rund 20.000 Einwohnern und zahlreichen Industrien entwickelt. Zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt zählen die Kirche Notre-Dame, das frühere Kloster, das städtische Museum, der Stadtpark und viele andere historische Bauten. Sehenswert sind aber auch die vielen kleinen Geschäfte – und darunter besonders die Lebensmittelläden mit ihren einzigartigen Köstlichkeiten, die der Besucher unbedingt versuchen sollte. Dazu gehören nicht nur der berühmte französische |äse und das obligatorische Glas Rotwein, es gibt noch viele andere kulinarische Köstlichkeiten – sie offenbaren sich dem Besucher auch bei einem Bummel über den lebhaften Wochenmarkt, der nach wie vor Samstagmorgen im Stadtzentrum abgehalten wird.